DFG-Projekt

Bibliografie und wissenschaftsgeschichtliche Auswertung katechetischer und religionspädagogischer evangelischer wie katholischer Literatur 1750-1900

 

 

Beginn: Sommersemester 2012

Laufzeit: 36 Monate

Projektleitung:

Professor Dr. Bernd Schröder, (Evangelisch-)Theologische Fakultät der
Georg-August-Universität Göttingen

Professor Dr. Werner Simon, Katholisch-Theologische Fakultät der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Mitarbeiterinnen:

Urte Borchardt (in Göttingen)

Cornelia Müller (in Mainz)

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt hat seinen thematischen Schwerpunkt in der Historischen Religionspädagogik. Es zielt in einem ersten, grundlegenden Schritt darauf, die bisher vorliegenden „Religionspädagogischen Bibliographie[n]“, die sich auf den Zeitraum der Jahre 1900 bis 1960 beziehen, für die Jahre 1750-1900, fortzuschreiben. Auf diese Weise soll erstmals unter Einhaltung des Autopsieprinzips die katechetische bzw. religionspädagogische Literatur evangelischer wie katholischer Provenienz desjenigen Zeitraums erfasst werden, in dem zunächst die „Katechetik“, später auch die „Religionspädagogik“ programmatisch als wissenschaftliche Disziplin(en) entwickelt wurden.

Auf dieser Basis soll zweitens der Übergang der Katechetik bzw. Religionspädagogik von ihren Vor- und Frühformen (wie etwa „katechetische Theologie / theologia catechetica“) zur wissenschaftlichen Theoriebildung rekonstruiert werden. Diese Rekonstruktion erfolgt zweigleisig: Dieser Übergang soll zum einen am Erreichen bzw. Einhalten bestimmter formaler Merkmale und Qualitätskriterien (wie etwa Methodenreflexion), zum anderen anhand von Wechselwirkungen mit dem Kontext (etwa Entwicklungen des Schulwesens, Professionalisierung, Aufbau wissenschaftlicher Infrastruktur) ausgewiesen werden. Ein erkenntnisleitendes Interesse richtet sich dabei auf konfessionsspezifische Eigenarten und ökumenische Gemeinsamkeiten dieser Prozesse.

Mit der Bibliografie soll ein reliables Instrument zur Erschließung des Fachdiskurses in der zweiten Hälfte des 18. und im 19. Jahrhundert bereitgestellt werden. Die wissenschaftsgeschichtliche Auswertung lässt erwarten, dass im Kontinuum von Praxisreflexion und Theoriebildung, von „Katechetik“ und „Religionspädagogik“ qualitative Sprünge erkennbar werden. Durch einen schärferen Blick auf Kontinuitäten und Diskontinuitäten der Disziplingeschichte sollen historische Grundlagen für die wissenschaftstheoretische Ortsbestimmung der Religionspädagogik (Zuordnung zu Theologie oder Pädagogik, Methodenspektrum, Zielsetzungen religionspädagogisch zu reflektierenden Handelns) gewonnen werden.