Sie haben Lust bekommen sich das Projekt genauer anzuschauen und es eigenständig in Ihrem Religionsunterricht oder der Katechese durchzuführen? Dann schauen Sie sich gerne auf den folgenden Seiten um und finden dort…

… Materialien, die helfen sollen das Projekt vorzubereiten und eigenständig durchzuführen

  • eigene Projektregeln, die sich an denen der Leichten Sprache orientieren, aber für religiöse Lernprozesse didaktisch umgedeutet und zugespitzt wurden
  • Hefte für Kinder und Jugendliche, in denen neben den Regeln drei Vorgehensschritte für eine Übersetzung (vorbereiten – schreiben – überarbeiten) beschrieben sind, sodass die Kinder und Jugendlichen auch selbständig arbeiten können
  • Broschüre für die Lehrkräfte und Katecheten/-innen mit didaktisch-methodischen Hintergründen, Tipps und Materialien

… fertige Übersetzungen von theologischen Konzepten, die im Rahmen des Projekts von Kindern und Jugendlichen verfasst wurden

… Erfahrungsberichte und Rückmeldungen von Lehrkräften und Katecheten/-innen, die das Projekt bereits durchgeführt haben
Auf jeden Fall: Das Projekt geht weiter! Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Texte unter der Rubrik „Gästebuch · Blog“ hochladen und uns von Ihren Erfahrungen berichten. Alternativ können Sie uns Ihre Texte auch über religionspaedagogik@uni-mainz.de zuschicken.

Auf jeden Fall: Das Projekt geht weiter! 

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Texte unter „Schreibe ein Kommentar“ hochladen und uns von Ihren Erfahrungen berichten. Alternativ können Sie uns Ihre Texte auch über religionspaedagogik@uni-mainz.de zuschicken.

Eine Antwort zu „Sag’s doch einfach! – … in deinen eigenen Worten“

  1. Barbara

    Danke für Ihr Engagement. Es bereichert immer wieder meinen Unterricht, wenn ich für meine geistigbehinderten Schüler keine geeigneten Worte finde.
    Weiter so.

    B. Daedelow

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Sag’s doch einfach! · kurze Projektbeschreibung und Zielformulierung

Für das Projekt Sag’s doch einfach! – … in deinen eigenen Worten wurden die Grundzüge und -ideen des Inklusionskonzeptes der sogenannten Leichten Sprache übernommen und für den Einsatz in religiösen Bildungsprozessen angepasst.

Die Zielintention des Inklusionskonzepts der Leichten ist es, Texte für Menschen mit Beeinträchtigungen so verständlich wie möglich aufzuarbeiten. Dazu werden Ausgangstexte mithilfe von bestimmten Regeln in eine leicht verständliche Sprache übersetzt. Regeln der Leichten Sprache lauten z.B.:

… Benutzen Sie bekannte Wörter. Verzichten Sie auf Fach- und Fremdwörter

… Erklären Sie schwere Wörter

… Schreiben Sie kurze Sätze. Machen Sie in jedem Satz nur eine Aussage.

(Mehr Regeln z.B. hier)

Durch die Einhaltung der Regeln entstehen Texte, die auf den Ebenen des Wortschatzes, des Satzbaues und des Weltwissens, das für die Lektüre eines Textes notwendig ist, systematisch reduziert sind.

Den Leitgedanken der Verständlichkeit von Leichter Sprache aufgreifend soll es bei dem Projekt Sag’s doch einfach! darum gehen, dass Kinder und Jugendliche theologische Konzepte bzw. Begriffe der Glaubenstradition in einer für sie leichten und verständlichen Sprache für sich und Gleichaltrige erklären bzw. beschreiben. Dabei soll es gerade nicht darum gehen, dass sich die Kinder und Jugendlichen in einer religiösen Fachsprache ausdrücken. Vielmehr sollen sie die theologischen Konzepte in ihre alltagsnahe Sprache ‚übersetzen‘ –  in ihre eigene Sprache, die konkret mit ihrer Lebens- und Erfahrungswelt verbunden ist und in der sie leben.

Kern des Projekts sind eigene Übersetzungsregeln, die sich zwar am Regelwerk der Leichten Sprache orientieren, didaktisch aber für religiöse Lernprozesse umgedeutet, zuspitzt und erweitert wurden.

Phasenmodell

Idealerweise wird das Projekt in drei Phasen umgesetzt:

Zunächst sollte der Prozess der ‚Übersetzung‘ grundlegend vorbereitet (Phase 1) werden. Die Kinder und Jugendlichen sollten dann beim Verfassen ihrer Übersetzung methodisch unterstützt (Phase 2) und die Ergebnisse anschließend gemeinsam reflektiert werden, was abschließend zu einer weiterführenden – vertiefenden – Arbeit führen kann (Phase 3). Diese drei Phasen sollen aufeinander aufbauen und ineinandergreifen:

Phase 1

Damit die ‚Übersetzungen‘ der Schüler nicht im ‚luftleeren Raum‘ ohne eine fachlich-inhaltliche Fundierung und persönliche Auseinandersetzung entstehen und damit Gefahr laufen, beliebig und ‚oberflächlich‘ zu werden, soll es in der ersten Phase darum gehen die ‚Übersetzungen‘ grundlegend vorzubereiten. Damit soll die Basis für die Erklärungen eines theologischen Konzepts in einer leicht verständlichen Sprache geschaffen werden.

Phase 2

An diese vorbereitende Phase schließt sich dann die Phase der ‚Erarbeitung der Übersetzung‘ an, in der die Kinder und Jugendlichen bei der konkreten Erstellung ihrer Übersetzung methodisch unterstützt werden sollen. Diese zweite Phase des Konstruktionsprozesses der eigentlichen Übersetzung soll daher zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen in die drei folgenden Schritte untergliedert werden: Planung – Formulierung – Überarbeitung. Diese Schritte finden sich in didaktisch aufgearbeiteten Weise im Heft für Kinder und Jugendliche, sodass die Kinder und Jugendlichen selbstständig arbeiten können.

Beim 2. Schritt, der eigentlichen Erarbeitung der Übersetzung, sollen sich die Kinder und Jugendlichen an den Projektregeln orientieren, die sie darin unterstützen sollen, in einer möglichst verständlichen und alltagsnahen Sprache, ihrer eigenen Sprache, über die theologischen Konzepte zu schreiben.

Phase 3

 In der letzten Phase sollen die entstandenen Ergebnisse und die Sprache in den ‚Übersetzungen‘ gemeinsam reflektiert werden, was abschließend zu einer weiterführenden – vertiefenden –  Arbeit führen kann.

In der Broschüre für die Lehrkräfte und Firmkatecheten/-innen sind die wichtigsten Informationen zum Projekt zusammengefasst.

Sag’s doch einfach! – Ein Konzept mit Mehrwert?

Lehrer/-innen und Katecheten/-innen berichten von ihren Erfahrungen mit dem Projekt Sag’s doch einfach! – … in deinen eigenen Worten!

„Einen ganz großen Vorteil sehe ich darin, dass sich die Kinder ganz intensiv mit dem jeweiligen Begriff auseinandersetzen müssen, um die ganze Bedeutung zu erfassen und dann erklären zu können. Leichte Sprache setzt voraus, dass ich verstehe, wovon ich rede und dass ich das, was ich erklären möchte, in Beziehung zu meiner eigenen Lebenswelt setze.“

(Lehrerin einer 3. Klasse · Grundschule)

„Ein weiterer Mehrwert ist, dass man auch als Lehrender über religiöse Begrifflichkeiten reflektiert, die man gewöhnlich ganz selbstverständlich gebraucht, ohne darüber nachzudenken, weil einem die Bedeutung selbstverständlich erscheint. In der Übertragung in die leichte Sprache werden einem die ‚Stolpersteine‘ deutlich.“

(Lehrerin einer 10. Klasse · Gymnasium)

„Bei der Übersetzung kommt es zu einer Reduktion auf das, was die Jugendlichen unbedingt angeht bzw. was ihnen als besonders wichtig erscheint und eine besondere Rolle in ihrem Leben einnimmt.“

(Firmkatecheten)

„Die Projektidee fordert die Schüler dazu heraus, sich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und diese dann so zu erklären, dass auch Menschen, die noch nie etwas davon gehört haben, verstehen könnten. Außerdem stellt die Idee für mich die Möglichkeit dar, zu sehen, was die Schüler mitgenommen und verstanden haben und wo eventuell noch einmal ‚Redebedarf‘ besteht.“

(Lehrer einer 10. Klasse · Gymnasium)

„Das Projekt hat mir sehr viel Spaß gemacht, viele unerwartete schöne Ergebnisse gebracht und mich sehr zum Nachdenken darüber angeregt, wie wir unsere Botschaft in der heutigen Zeit und Gesellschaft vielleicht durch den Einsatz von leichter Sprache wieder verständlicher und damit ‚gesellschaftsfähiger‘ machen könnten. Ich bin gespannt, was uns dazu vielleicht noch alles einfallen könnte.“

(Lehrerin einer 3. Klasse · Grundschule)

„Die Firmanden, die insgesamt doch als eher christlich-sozialisierte Jugendliche beschrieben werden können, haben durch die Aufgabenstellung Dinge neu hinterfragt und kamen miteinander bzw. unteinander ins Gespräch.“

(Firmkatecheten)

Das Projekt geht weiter!

 Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Texte unter „Schreibe ein Kommentar“ hochladen und uns von Ihren Erfahrungen berichten. Alternativ können Sie uns Ihre Texte auch über religionspaedagogik@uni-mainz.de zuschicken.

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Ansprechpartner

Das Projekt Sag’s doch einfach! – …in deinen eigenen Worten!  wurde von Julia Baaden (Studium Katholische Religionslehre, Italienisch und Französisch für das Lehramt an Gymnasien) im Rahmen ihrer Masterarbeit (2017) entwickelt, durchgeführt und ausgewertet.

Gerne können Sie uns über die E-mail-Adresse religionspädagogik@uni-mainz.de oder aber über die Kommentarfunktion in der Rubrik „Gästebuch · Blog“ erreichen!

Literatur

  • Altmeyer, Stefan, Was wahr ist, ist auch leicht zu sagen – oder?, in: KatBl 142 (2017) 259-262.
  • Bredel, Ursula/Maaß, Christiane, Duden: Leichte Sprache. Theoretische Grundlagen. Orientierung für die Praxis, Berlin 2016.
  • Flügge, Erik: Der Jargon der Betroffenheit: Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt (2016).
  • Katechetische Blätter Heft 4/2017: Leichte Sprache.
  • Kraft, Julia/Altmeyer, Stefan, Sag’s doch einfach! … In deinen eigenen Worten, in: KatBl 142 (2017) 281-283.
  • Netzwerk Leichte Sprache e.V. (http://www.leichtesprache.org).